Das life-ness wird weitere 500.000 € teurer

Eröffnungsplakat

Hatte der Übergangsgeschäftsführer Reiner Meskendahl im März noch gehofft, dass das life ness "nur" 2 Mio. € teurer würde als geplant, antwortete er am Montag (29.06.09) in der Sitzung des „Ausschusses für Eigenbetriebe und Beteiligungen“ auf eine entsprechende Frage der Alternativen Liste, dass diese 2 Mio. nicht ausreichen würden. Die neue Hoffnung besteht darin, dass die vom Rat schon vorsorglich zusätzlich bewilligten  500.000 € ausreichen, um die Baumaßnahmen am Freizeitzentrum zu Ende zu führen.
 

 

 

Auch die sonstigen Informationen geben keinen Anlass, besonders optimistisch in die Zukunft zu blicken. Nach den Zahlen, die Reiner Meskendahl vorlegte, wird das Freizeitzentrum ohne Berücksichtigung der Zinsen und Abschreibungen einen monatlichen Verlust von ca. 25.000 € machen. Das setzt aber voraus, dass die Besucher sich so zahlreich einstellen wie erwartet. So soll die Kinderspielhalle einen Umsatz von monatlich 18.000 € erwirtschaften. Das bedeutet, dass an jedem Tag die Halle von ca. 120 Kindern besucht werden müsste. Da die Halle im Wesentlichen für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren interessant ist, müsste jedes Radevormwalder Kind diesen Alters etwa alle 15 Tage die Halle besuchen. In dem Umfang, in dem dies nicht geschieht, müsste die Halle Kinder aus den Nachbarstädten anziehen. Auch die anderen Positionen sind nicht ohne Risiko! Sauna, Bad und Wellness müssen 56.000 € monatlich erwirtschaften. Bei einem durchschnittlichen Umsatz von z. B. 10 € müssen das täglich 187 zahlende Gäste sein. Ein Wert, den das alte "aquafun" seit der Eröffnung des H2O in Lennep nicht mehr erreicht hatte. Aber selbst wenn alle Annahmen erreicht werden, stellt sich nur ein Jahresumsatz von 1,2 Mio. ein, den auch das alte "aquafun" in schlechten Jahren erreichte.
 Spielhalle
Alle Fragen, vonseiten der AL und der SPD, die auf die Bewältigung der Vergangenheit abzielten, wie die Frage, ob die Versäumnisse bei der Projektkontrolle zu Schadenersatzansprüchen oder gar zu strafrechtlichen Konsequenzen führen könnte wurden nicht beantwortet, weil der Rechtsanwalt, der seit November 2008 mit der Aufklärung beauftragt ist, bis heute noch kein abschließendes Urteil abgegeben hat. Dennoch wurde eins deutlich, die Leistungen wurden nicht ausgeschrieben, sondern die Aufträge wurden freihändig, sozusagen auf Zuruf vergeben. Das schließt auch die Praxis ein, die Mitarbeiter auswärtiger Firmen im Hotel unterzubringen!
 
Nun steht das Freizeitzentrum vor seiner Teilinbetriebnahme. Wir wünschen der Institution den größtmöglichen wirtschaftlichen Erfolg! Schon deshalb, weil wir möchten, dass das Geld des Steuerzahlers für sinnvollere Dinge ausgegeben werden sollte! Aber mit der Eröffnung ist das Tal der Tränen möglicherweise noch nicht durchschritten. Es ist wichtig, die wirtschaftliche Entwicklung der Bäder GmbH zeitnah zu kontrollieren, damit nicht ein noch größerer Schaden entstehen kann!
 
Wenn Sie erste Besucherurteile lesen möchten, verweisen wir Sie auf die Seite von Herrn Gerhards!