Grenzenloser Lobby-/Egoismus

Westliche KaiserstraßeSeit Wochen trommelt der Citymanagementverein – der Organisator des verrückten Donnerstages – dafür, dass auch der westliche Teil der Kaiserstraße in der Innenstadt – der sogenannte Engpass – auch neu gestaltet werden müsse. Einzige Begründung: Die hier liegenden Eigentümer und Geschäfte dürften nicht benachteiligt werden.

Dagegen spricht allerdings, dass unabhängig von dem optischen Eindruck, die Kunden in den neu gestalteten Bereichen bislang sich nicht um das dortige Angebot reißen. Kunden entscheiden sich für gewöhnlich für oder gegen ein bestimmtes Waren-/Dienstleistungsangebot und richten ihre Kaufentscheidungen weniger an der Gestaltung der Straße vor dem Geschäft aus. Die Neugestaltung wirkt vor allem auf das gastronomische Außenangebot, die unmittelbar von der Sanierung profitieren. Der Engpassbereich gibt aber kaum Neugestaltungsmöglichkeiten her, insbesondere fehlt der Platz für eine ausgedehnte Außengastronomie!

Schlimmer ist aber noch, dass der Citymarketingverein überhaupt keine Rücksicht auf die Finanzen der Stadt nimmt! Verwaltung und Politik haben in den letzten Wochen versucht, den Haushaltsentwurf 2014 wenigstens formal annehmbar zu machen und haben dafür rund 1,5 Mio. Euro aus dem Plan streichen müssen. Diese Situation wird aufseiten des Vereins offensichtlich nicht ernst genommen! Schlimmer ist aber noch, dass er mit fragwürdigen Rechenmodellen argumentiert. Ob ein möglicher Umbau 200.000 Euro kosten würde, sei einmal dahin gestellt! Wichtiger ist aber die pauschale Botschaft, auch dafür erhielte die Stadt eine 70%ige Förderung des Landes. Die ist aber durchaus fraglich! Der Engpass gehört zwar zu dem Bereich, der als „Sanierungsbereich“ gilt, aber die Umgestaltung der westlichen Kaiserstraße gehörte seit 2009 nicht zum integrierten Handlungskonzept! Im Westen der Stadt sollte allein der Kreuzungsbereich an der „Alten Post“ neu gestaltet werden. Diesen Plan hat der Rat allerdings aus Finanzmangel 2013 gekippt. Die förderfähige Gesamtgröße ist kein noch oben offenes Budget. Aufgrund der Kürzungen des Rates liegen die derzeit geplanten Ausgaben bei ca. 3,7 Mio. Euro von 3,9 Mio. Euro. Die noch offenen 200.000 Euro reichen aus, um mögliche und sich auch  schon jetzt abzeichnende Kostensteigerungen noch aufzufangen. Im Spätherbst 2013 haben der Bürgermeister und die technische Dezernentin darauf aufmerksam gemacht, dass der Regierungspräsident auch bereit sei, innerhalb der Planung auch die eine oder andere gestrichene Maßnahme doch zu fördern. Dies sollte aber dann auch im Herbst beschlossen werden, weil sonst dieses Fenster geschlossen sei! Das heißt aber für den jetzt diskutierten Fall: Die 70%ige Förderung einer Umbaumaßnahme der westlichen Kaiserstraße ist überaus fragwürdig!

Am Montag, 17. März möchte der Verein darlegen, wie nach ihrer Ansicht die Bevölkerung auf ihre Vorschläge reagiert. Deshalb stimmen Sie bitte rechts neben diesem Text ab! Wir möchten auch einen Eindruck von der Stimmung in der Bevölkerung erhalten!

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