Kritische Gedanken unerwünscht - Das schwarz-weiße Weltbild des Bürgermeisters

Zur Wahl 2009 leugnete unser Bürgermeister gerne seine Parteizugehörigkeit, weil er doch gerne der Bürgermeister aller Bürger werden wollte. 2 Jahre später sortiert er die Fraktionen nach der Frage, inwieweit sie bereit sind, seine Politik zu unterstützen. Parteien, die seine Politik mittragen, erhalten dann das Zertifikat "verantwortungsvoll". Bürger und Parteien, die insbesondere  die Maßnahmen zur Innenstadtsanierung hinterfragen, sind in den Augen des Bürgermeisters aller Radevormwalder verantwortungslos. Unser Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr Felix Staratschek zeigt, warum wir die Vorstellungen des Bürgermeisters für wenig tragfähig halten.

In der Bergischen Morgenpost vom 2.1.2012 wird Bürgermeister Dr. Josef Korsten zitiert: "Von den Kritikern kam nur der Vorschlag, wie bisher weiterzumachen!" Das ist eine großfahrlässige Vereinfachung.  Vielleicht hat er es aber auch nicht gehört, denn als ich im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr meine Gedanken vortragen wollte, was den Handel helfen kann, wollten das die Ausschussmitglieder nicht hören. Desweiteren weiß ich von einer Frau die sich die Mühe machte, ihre Gedanken zur Innenstadt per Schreibmaschine und Handskizzen bei der Stadt abzugeben. Dem Ausschuss wurden aber nie solche Unterlagen von Bürgern, die sich für das Wohl der Stadt einsetzen, vorgelegt. Die Frau hat dann aus dem Kopf noch mal ihre Gedanken in der Fraktionssitzung der Alternativen Liste (AL) vorgetragen. Es wäre doch das Mindeste, solches Bürgerengagement den Fachausschüssen einer Stadt vorzulegen, damit die Sachkundigen Bürger entscheiden können, was an den Stadtrat und die Verwaltung weiter gereicht werden muss.

Die AL steht zu dem Stadtumbau kritisch, weil diese darin nur eine Placeboaktion sieht. der Spruch "das etwas geschehen muss" ist dabei eine Floskel, mit der alles gerechtfertigt wird, egal was. Das Ziel ist nicht wichtig, die Wirkung ist nicht wichtig, wichtig ist nur das irgendetwas geschieht und dass man dafür Zuschüsse von irgendwoher bekommt.

Ich habe bei verschiedenen Anlässen Vorschläge gemacht, wie man dem Handel in der Innenstadt helfen kann. Und wenn die aufgegriffen worden wären, bräuchte ich dies hier nicht zu tippen und wäre meiner wichtigsten Themen beraubt.

Das wichtigste ist ein Tor zur Innenstadt auf der Umgehungsstraße. Denn da fahren die Leute dicht an der Innenstadt vorbei und könnten zu einem Stopp bewegt werden. Mit meinem Konzept zum Umbau des Busbahnhofs und des Poststraßenbogens zu einem Festplatz, den die AL in ihr Wahlprogramm au 2009 aufgenommen hatte, liefere ich seit Jahren ein Konzept, dass der Innenstadt helfen würde. Denn Bahnhofstraße und Poststraße würden mit je einem eigenen Kreisverkehr an die B 229 angebunden. Dazwischen wäre der Busbahnhof als Busbucht auf beiden Seiten der B 229. Die Südseite wird Pausenparkplatz für die Busse, die Nordseite (Stadtseite) wird Haltestelle. Durch diesen Busbahnhof merken alle vorbeifahrenden, dass diese hier in einem Zentrum sind und nur anhalten müssen, um einzukaufen. Und wenn auf dem neuen Festplatz Kirmes, Schützenfest, Sport, Open- Air- Konzerte und Theater, Flohmärkte, etc. stattfinden bekommen dass alle Vorbeifahrenden mit und können so sehen, dass in Radevormwald was los ist. Der Markt ist ja ausgereizt, so dass nur ein neuer Festplatz alle Events zulässt, die Radevormwalder stemmen können.  Aber bisher verfolgt einzig die AL dieses Konzept. Alle anderen wollen in der Stadt fast nichts verändern, außer dem Straßenbelag, ein paar Baumstandorten und weiteren architektonischen Fehlern im sogenannten Altstadt- "Rundling".

Ein Privatvorschlag von mir, den ich noch nicht mit der AL abgesprochen habe, ist, dass ein Parkplatz auf der Innenstadtseite vom neuen Kreisverkehr Bahnhofstraße bis zum Springel geschaffen wird. es wird daneben ein Bürgersteig angelegt, der auch über die Gartenstraße Zugang zur Innenstadt bietet.

Für Fahrzeuge aus Richtung Rädereichen soll es zur Straße "Im Springel" eine Ausfahrt von der B 229 geschaffen werden. An den Brücken über die B 229 sollen Werbetafeln auf die Innenstadt hinweisen und über die Springelstraße können die Fahrer schneller zurück zur Innenstadt kommen. Gleichzeitig entlastet diese zusätzliche Ausfahrt die Südstadtkreuzung, so dass dort leichter ein Kreisverkehr geschaffen werden kann. Zielverkehr zur Nordstadt oder zum Schulzentrum wird diese Ausfahrt nutzen.

Weitere Vorschläge zur Stärkung der Innenstadt von mir waren ein interaktives Einkaufsinternet, ähnlich wie Wikipedia, wo jeder Gewerbetreibende der Innenstadt mit seinen Waren- und Dienstleistungsangebot vorgestellt wird. Jedes Geschäft bekommt einen Blog für den Kundendialog. Aktionstage (Wandern, Radfahren, Tauschbörsen.....) sollen samstags stattfinden statt sonntags, damit der Einzelhandel durch längere Öffnungszeiten davon profitiert und die Events attraktiver werden. Der Schulbus soll abgeschafft werden und durch einen gewöhnlichen ÖPNV ersetzt werden (Ortsbus) und so die Landbevölkerung besser an die Stadtmitte anbinden (darunter die Siedlungsschwerpunkte Honsberg, Kräwinkel, Heide und Önkfeld). Die Händler sollen das Internet zum Verkauf nutzen und nach Vorbild des Bürgerbusses einen Bringdienst einrichten, der bestellte Ware im vereinbarten Zeitraum nach Hause zustellt.

Statt die Bürger zu schelten, dass diese nur wie bisher weitermachen wollten, sollte Herr Dr. Korsten doch mal diese Ideen und die Ideen, die andere Bürger eingebracht haben sich zu Herzen nehmen und an Strategien arbeiten, diese Umzusetzen. Vor allem gilt es, die größeren Ladenflächen am Markt (REWE, Nickel) wieder mit leben zu füllen, wobei hier auch nicht- innenstadtrelevante Sortimente Publikum in die Stadtmitte bringen können. Auch das Projekt Nordstraße böte die Chance, im Erdgeschoss der drei Häuser einen großen Laden anzusiedeln. wenn die Wirtschaftsförderung dies übernimmt und nicht wieder verkauft, könnte die hier Mieten nehmen, die eine schwarze Null bei den Gebäudekosten erlauben und so erst die Ansiedlung größeren Einzelhandels möglich macht. Als Ausgangsort schöner Radtouren wäre eine Fahrradstation (Verkauf, Reparatur, Verleih, Parkhaus) in der Innenstadt sehr sinnvoll, die gleichzeitig die Aufgaben eines Tourismusbüros übernehmen könnte.  

Allerdings ist bei allen künftigen Baumaßnahmen eine historisierende Bauweise wichtig, die die alten bergischen Proportionen wart. Was in der Burgstraße gegen die Stimmen der AL durchgesetzt wurde und was jetzt in der Nordstraße gegen die AL- Stimmen geplant ist, zerstört das Stadtbild von Radevormwald weiter. Dagegen droht uns in Remscheid der Bau eines Outletcenters, wo man solche Bausünden bestimmt nicht zulassen wird, damit die Kunden sich heimisch fühlen.

Es gibt also gute Gründe Nein zu sagen zu dem, was akut für viel Geld umgesetzt werden soll.

Aber was stellte Dr. Korsten in seinem Jahresrückblick fest? "CDU, SPD, UWG und FDP "haben ein Gefühl für Verantwortung entwickelt. Das war viele Jahre nicht so." ( http://www.rp-online.de/bergisches-land/radevormwald/nachrichten/korsten-ein-spannendes-jahr-geht-zu-ende-1.2657014 ) Dem kann ich nichts hinzufügen, wobei diese Entwicklung so spät eingesetzt haben muss, dass ich zur letzten Ausschusssitzung davon noch nichts mitbekommen habe. Aber es wäre ein Segen für Radevormwald wenn SPD- Mitglied Dr. Korsten mit dieser Aussage recht hat. Die AL zeigt seit Jahren Verantwortung für unsere Stadt und hätte die Verschuldung um viele Millionmen Euro gesenkt, wenn ihre Vorschläge umgesetzt worden wären. Aber sowohl beim Life-Ness/ Aquafun, beim Verkauf der Stadtwerkeanteile ans RWE, als auch jetzt bei der Innenstadtsanierung scheinen die genannten Fraktionen vierstimmig das Lied zu singen "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" von der Alternativen Liste (AL). Dabei wäre mir nichts lieber, als ein politischer Gesang von CDU, SPD, UWG und FDP, zu dem die AL in voller Harmonie die 5. Stimme beisteuern kann.

Bürger mit Ideen und Verantwortung für Radevormwald können jederzeit mit der AL in Dialog treten: http://www.al-rade.de/contact . Auch über meinen privaten "Viertürmeblog" ist ein Austausch möglich, wo ich immer über meine politischen Aktivitäten berichte.