Wenn die Zählerin dreimal klingelt…

… sollte sie sich eigentlich angemeldet haben. << Hatte sie aber nicht. Und so war das AL-Mitglied doch etwas überrascht, als am letzten Freitag, etwas ungelegen (Volker Pispers wartete…), eine junge – aus der Kommunal-Politik bekannte und eigentlich geschätzte – Dame vor der Tür stand und ernüchternd gestand, dass sie ja weiß, dass die AL nichts vom Zensus hält und sie lieber jemand anderen zählen würde, aber nun sei das ja nun mal so – und ob wir denn das ganze jetzt ausfüllen wollen, oder sie noch mal vorbeikommen solle oder sie könne das auch telefonisch machen. Natürlich wäre es uns am liebsten gewesen, sie wäre gar nicht hier aufgetaucht, aber da sie schon mal da war, sollte sie uns die Zettel halt da lassen. Aber so einfach war das dann doch nicht. Einige Daten wollte die Zählerin schon jetzt haben und in ihren Erhebungsbogen eintragen. Name und Adresse hatte sie schon (sogar der zweite Vorname war offenbar nicht geheim). Die Geburtsdaten wollten wir aber nicht preisgeben, was die junge Dame etwas ratlos machte. Auf meine Empfehlung „tragen Sie einfach ein, das wir die Auskunft verweigern“ verfuhr sie schließlich so und händigte mir die Bögen aus. Die bleiben jetzt erst mal hier liegen. Mal sehen, was als nächstes kommt. Als wir wenige Minuten später aus der Wohnung stürmten, wurde gerade unser Nachbar interviewt. Dieser zeigte sich sehr irritiert angesichts von Fragen wie „Üben Sie Ihre berufliche Tätigkeit in Ihrer Wohnung aus?“ und kommentierte das mit der Bemerkung „Volkszählung heißt doch zählen: 1, 2, 3, . . . – aber was sollen diese ganzen Fragen?“ Also, dass wir uns richtig verstehen: wenn jemand meint, durch Fragen nach Religion, Zuwanderungsgeschichte, Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse von Bürgern die Zukunft Deutschlands aus dem Kaffeesatz lesen zu können, soll er dies tun. Wenn man meint, das Wohlergehen unseres Landes hängt davon ab, dass 10% (per Zufall ausgewählter) Bundesbürger 46 Fragen zu teils sehr privaten Dingen beantworten, bitteschön – fragen Sie. Aber wenn jemand der Meinung ist, dass diese Ausfragerei ihn oder sie im Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt, und dass sie oder er diese Fragen eben nicht beantworten möchte, so sollte man das auch respektieren. Empfehlung an die Erhebungsstellen: Losen Sie einfach einige Bürger als „Ersatz“ aus. Das sollte doch wohl kein Problem sein?!