Antwort auf den Artikel: GGS Wupper: "Nein zum Bürgerentscheid" (Leserbrief von Michaela Strukmeier)

Insgesamt ist festzustellen, dass die Befürworter der Schließung Grundschule Blumenstrasse doch wesentlich häufiger öffentlich zu Wort kommen, als die Initiatoren des Bürgerentscheides und deren Mitstreiter. Besonders schlimm finde ich aber, wenn Elternvertreter anderer Schulen sich so unsolidarisch äußern, frei nach dem Motto: Besser diese Schule schließt, als möglicherweise unsere.“ Hier wird massiv versucht die Bürger zu beeinflussen. Dies geschieht unter anderem mit dem Verweis auf eine drohende Einzügigkeit. Für die innerstädtischen Schulen besteht diese Gefahr aufgrund der Schülerzahlen mindestens bis zum Schuljahr 2015/16 absolut nicht. Außer acht gelassen wurden bisher auch die sich anbahnenden  schulpolitischen Veränderungen. Nicht nur eine mögliche Grundschulverlängerung auf 6 Jahre wird einen deutlich erhöhten Raumbedarf nach sich ziehen. Nach der UN - Behindertenrechtskonvention ist die Bundesrepublik verpflichtet ein /inklusives/ Bildungssystem zu schaffen. In der Praxis bedeutet dies, dass zukünftig alle Kinder unsere Regelschulen besuchen werden. Diese müssen räumlich, personell und konzeptionell so umgestaltet werden, dass auch Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf, darunter Kinder mit ganz unterschiedlichen Behinderungen, dort individuell lernen können. Dazu werden zwangsläufig die Klassen weiter schrumpfen. Der Raumbedarf wird pro Schüler steigen, man denke nur an Rollstühle, persönliche Schulassistenten, Unterricht in Kleingruppen usw. Dies alles soll schon in den nächsten 5-10 Jahren umgesetzt werden. Die Einsparungen im Schulsystem durch den Geburtenrückgang sollen im System Schule bleiben und mit zur Finanzierung beitragen. Was macht es dann für einen Sinn jetzt kurzfristig und ohne zwingende Notwendigkeit eine Schule zu schließen? Aber möglicherweise haben ja die meisten unserer Kommunalpolitiker noch nie etwas von Inklusion gehört.   Nicht unkommentiert soll auch die im Artikel geäußerte Meinung bleiben, es sei keine Katastrophe, wenn Kinder und Lehrer umziehen müssen. Natürlich ist es für so junge Kinder ein Einschnitt, wenn sie ihre gewohnte Lernumgebung verlieren. Wenn sie sich dann in einer 4-zügigen Grundschule – was die Grundschule Stadt ja dann ist – zurecht finden sollen, ist das aus meiner heilpädagogisch geprägten Sicht alles andere als förderlich und kindgemäß. Das würde ich Kindern gerne ersparen.